Werbung: Geschäftsreisen aus Reinickendorf – So gehts am besten

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In Reinickendorf wurde ja in letzter Zeit viel über die Offenhaltung des Flughafens Tegel diskutiert. Aber ist nicht oft sogar die Bahn die bessere Alternative zu BER oder TXL? Als Geschäftsreisender habe ich da in den letzten 20 Jahren  viel dazugelernt.

Ja, klar, wenn man über die Bahn redet ist es oft wie mit Telefonanbietern. Jeder hat da eine Story zu erzählen. Aber wenn man es einmal sachlich betrachtet, kommt man im Vergleich der Transportmittel zu erstaunlichen Ergebnissen. Dabei geht es nicht nur um Reisezeiten sondern auch ganz viel darum, wie man die Reisezeit verbringt. Ich habe über die Jahre verschiedene Transportmittel ausprobiert. Hier sind meine Erfahrungen. 

Erfahrungen mit dem Flieger

Ja, ich war Vielflieger bei Lufthansa und Air Berlin (als es die noch gab). Ich durfte in die Lounges, die Fast Lane nutzen und so weiter. Nach jahrelanger Optimierung habe ich also mein Auto an der Bushaltestelle Aristide-Briand Brücke geparkt und bin dann von dort mit dem Bus per Kurzstrecke zum Flughafen gefahren. Besser etwas Zeitpolster eingeplant, weil von Heiligensee aus die Autobahn morgens oft dicht ist und auch die Ausweichstrecke einen kurz vor dem Kutschi verzweifeln läßt. Besser also 45 Minuten vor dem Einstieg losfahren.

Falls man knapp dran ist, hat man dann den ersten Streß schon hinter sich, nur um nach dem Warten an der  Sicherheitskontrolle im Warteraum am Flughafen zu erfahren, dass der Flieger verspätet losfliegt. Umsonst beeilt! Der abrupte Wechsel zwischen Streß und Warten bei Hin- und Rückflug hat mir manche Nackenverspannung beschert.

Während des Fluges hat man dann fast nie Ruhe. Erst Laptop aus, später Getränke entgegennehmen, dann Getränke abräumen, Laptop aus zur Landung. Danach vom Flughafen in die S-Bahn oder ins Taxi. Arbeiten am Stück ist hier nicht möglich. Alles vertane Zeit mit hohem Streßfaktor.

Oder mit dem Auto?

Nach Dresden haben ich es eine Zeit lang mit dem Auto probiert. Aus reisekostentechnischen Gründen erstmal einen Mietwagen am Kutschi abgeholt, bevor es losgehen konnte. Dann 45 Minuten (wenn es gut läuft) durch die Stadt fahren, um von der südlichen Stadtgrenze in eigentlich schnellen 1,5 Stunden in Dresden zu sein.

Dabei permanente Konzentration auf den Verkehr mit zusätzlichem Handycap bei Regen. Und trotz Freisprecheinrichtung waren Telefonate (besondern Telefonkonferenzen) während der Fahrt sehr anstrengend und auch für die anderen Teilnehmer nicht immer so angenehm aufgrund der Autogeräusche. Ein Arbeiten am Laptop ist im Auto ja sowieso unmöglich. Das muss ich wohl nicht erklären. Und nach dem Meeting mußte die Nachbereitung dann warten, bis ich am Abend wieder zuhause war.

Oder doch mit der Bahn?

Da Heiligensee keinen Fernbahnhof hat, habe ich die Bahn zuerst gescheut. Inzwischen habe ich aber eine gute Variante gefunden, die mich auf Strecken nach Frankfurt, Dresden oder aktuell Stuttgart extrem entspannt. Ich fahre entweder mit der S-Bahn und dem Regio über Hennigsdorf nach Spandau oder ich fahre mit dem Auto zum Bahnhof Spandau. Dort parke ich mein Auto zum Tagestarif von 3,50 € im Parkhaus der Spandauer Arkaden direkt neben dem Bahnhof.

Von Spandau geht es dann entweder per Direktverbindung oder mit einem Mal Umsteigen zu meinen diversen Zielen. Ich muss mich dabei nicht aufs Fahren konzentrieren, kann im Wagen mit Handyempfang in Ruhe telefonieren und am Laptop arbeiten. Ich habe festgestellt, dass ich in der Bahn super konzentriert arbeiten kann. Da stört niemand, mich lenkt nichts ab und auf den meisten Strecken kann ich sogar das WLAN der Bahn nutzen. Sogar Steckdosen für Laptop und Handy gibt es im ICE.

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Nachtrag zum Flieger

Was ich schon immer mal loswerden wollte: Warum müssen die Leute schon zig Minuten vor dem Einstieg in den Flieger am Einstiegstresen herumlungern, um möglichst als Erste reinzukommen? Leute, die Plätze sind reserviert! Die nimmt Euch niemand weg! Und ich habe auch noch nie erlebt, dass ein Handgepäck zurückbleiben mußte. Nie!

Die gleiche Panik dann beim Ausstieg: Die Parkposition ist noch nicht erreicht, die Anschnallzeichen sind noch nicht erloschen (ja, ich behersche das Wording noch immer) aber die Hälfte der Passagiere springt bereits auf, um dann in abgeknickter völlig unbequemer Stellung halb im Gang zu hängen. Echt anstrengend!

Und was sind Ihre Erfahrungen?

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn

 

1 Kommentar

  1. auskenner auf

    zum Flugzeug:
    “Besser also 45 Minuten vor dem Einstieg losfahren.”
    Das können sie mit dem BER vergessen, da werden mindestens 90 Minuten draus, mehr wenn die S-Bahn mal wieder Probleme macht.

    “Arbeiten am Stück ist hier nicht möglich”
    Was wollen sie denn im Flieger noch arbeiten? Etwa eine Präsentation? Sowas macht man mit klarem Kopf am Tag davor. Im Flieger kann man bestenfalls Mails checken, ob sich am Termin irgendwas geändert hat.
    Wenn man natürlich nicht vorbereitet ist und alles huschhusch noch im Flieger erledigen will, braucht man sich über Angespanntheit auch nicht zu wundern. Man kann im Flieger so schön lesen, dösen und auch geistig schon auf die Besprechung vorbereiten.

    Zum Auto:
    “Und trotz Freisprecheinrichtung waren Telefonate (besondern Telefonkonferenzen) während der Fahrt sehr anstrengend”
    Das finde ich schon grob fahrlässig. Der Kopf ist mit dem Geschehen auf der Straße bereits ausgelastet. Man merkt das, wenn die Situation stressiger wird und man deshalb automatisch aufhört zu reden. Was sollen denn die anderen Teilnehmer der Telko denken? Auch hier: Man setzt einfach keine Telkos an, in der Teilnehmer auf der Straße mehr als nur zuhören müssen.

    Zur Bahn:
    “Ich muss mich dabei nicht aufs Fahren konzentrieren, kann im Wagen mit Handyempfang in Ruhe telefonieren und am Laptop arbeiten. ”
    Nur dass dabei alle anderen Leute genervt werden mit dem für sie uninteressanten Geplapper. Sowas macht man nicht. Früher hat einem das der gesunde Menschenverstand gesagt, sowas zu unterlassen aber heute müssen die Leute ihre intimsten Momente der Allgemeinheit aufdrängen.
    Und auch hier, was muß man hier noch arbeiten? Lieber ein schönes Buch lesen oder dösen und hoffen, dass kein Businessmännchen das Abteil zur Telefonzelle macht.